Vampire sind seit Anbeginn der Zeit Teil unserer Mythen und Legenden. Manchmal waren sie geistlose Monster, die sich aus der Dunkelheit herabstürzten, um unschuldige Jungfrauen zu bedrängen und Säuglinge aus dem Bett zu rauben. Oder sie waren Raubtiere von unglaublicher Schönheit, fähig, Männer wie Frauen zu bezaubern, ihnen einen verführerischen Tod für einen kleinen Schluck von ihnen zu schenken.
Die Vampire der Welt der Dunkelheit sind all dies und noch viel mehr. Vieles an ihnen ähnelt dem, was wir aus aus Erzählungen oder dem Kino kennen, aber vieles weicht auch ab – und kann sich für einen Vampirjäger als tödlicher Irrtum herausstellen.
Die Anverwandten oder Kainskinder, wie viele Vampire sich untereinander nennen, haben ein Bewusstsein, das dem ähnelt, das sie als Menschen hatten, vor ihrem Tod in der Erschaffung zum Vampir. Und doch ist es nur ein Nachhall des Lebens, der Nacht um Nacht, Jahr um Jahr, Opfer um Opfer mehr in Schatten, Herzenskälte und dem Schrei der inneren Bestie verklingt, die nichts anderes kennt als Hunger und Hass und die Flucht vor Feuer und Sonnenlicht.
Einige Mythen und Vorstellungen über Untote (und die “Fakten” in bezug auf die Kainskinder) sind:
Vampire sind unsterblich. Obwohl es möglich ist, einen Vampir zu töten, altert er nicht und stirbt er keines natürlichen Todes. Er braucht kein Wasser, kein Essen, keine Luft. Letztlich ist er eine wandelnde Leiche.
Vampire brauchen das Blut der Lebenden, um zu überleben. Als Leichen tragen Vampire keine Lebenskraft mehr in sich. Um sich dennoch erheben und in der Nacht wandeln zu können, brauchen sie daher das geraubte Leben anderer, das sie durch deren Lebenssaft, das Blut, aufnehmen und in sich bewahren. Dieses geraubte Leben erhält nicht nur ihren Leib gegen die Fäule des Grabes, es erlaubt Vampiren darüber hinaus, Wunden zu heilen und magische Kräfte der Verdammnis zu wirken. Je intensiver sie von ihren Gaben Gebrauch machen, desto schneller erschöpft sich die geraubte Lebenskraft in ihnen, und desto schneller müssen sie erneut auf die Jagd gehen. Ein Vampir muss srine Beute nicht töten; manche nehmen nur ein wenig Blut und verwischen dann ihre Spuren. Ein Vampir kann die Wunden, die seine Fänge hinterlassen, verschwinden lassen, einfach indem er über sie leckt. Der Großteil der Vampire ernährt sich von Menschenblut, da dieses im Vergleich zu Tierblut nahrhafter und wohlschmeckender ist. Mit ängstlichem Flüstern behaupten manche, dass wahrhaft alte Vampire nur noch das Blut anderer Vampire trinken können, da das Blut der Sterblichen sie nicht mehr nähren kann. Dieselben Vampire behaupten, dass zu Gehenna, einer Art Apokalypse der Vampire, die ältesten der Vampire sich aus ihrem Jahrtausende währenden Schlaf erheben werden, um das Blut aller Vampire der Welt auszutrinken und ihr letztes Gefecht gegeneinander – oder gegen Gott? – zu führen.
Wer von einem Vampir gebissen wird, wird selbst zum Vampir. FALSCH! Die Welt wäre längst von Vampiren übervölkert, wenn dem so wäre. Menschen, die von Vampiren gebissen werden, leben danach entweder weiter oder sterben eben an Blutverlust. Nur wenn der Vampir einem gerade Gestorbenen einige Tropfen seines eigenen verdammten Blutes einflößt, kann dessen Leichnam sich vielleicht als Vampir erheben, vorausgesetzt die verglimmende Seele des Verstorbenen bringt den dafür nötigen Lebenswillen (bzw. den nötigen Unwillen zu sterben) auf. Dieser Erschaffungsakt wird von den Vampiren “Kuss” genannt.
Vampire verbrennen im Sonnenlicht. Wahr. Vampire müssen das Sonnenlicht unbedingt meiden, oder riskieren den Tod. Sie sind Nachtgeschöpfe und finden es extrem schwer, am Tag zu agieren, selbst wenn sie komplett vor Sonnenlicht geschützt sein sollten. Auch haben sie bei Tag nur einen Bruchteil ihrer Macht und werden von der Sonne in einen totenartigen Schlaf gezwungen, gegen den sie sich kaum zur Wehr setzen können.
Vampire werden von Knoblauch und Kreuzen vertrieben, können kein fließendes Wasser überqueren, müssen in Heimaterde schlafen und haben kein Spiegelbild. All dies und viele andere Legenden sind meistenteils falsch. Wenn diese Dinge dennoch zutreffen sollten, dann daher weil der einzelne Vampir zu einer besonderen Familie gehört, deren Schwäche zur Bildung der betreffenden Legende geführt hat, oder weil entweder er oder derjenige, der ihm ein heiliges Symbol entgegen hält, so stark an dessen Wirkung glaubt, dass das Zeichen tatsächlich wundersame Wirkung hat.
Vampire sterben, wenn man sie pfählt. Falsch. Obwohl Vampire durch einen Pfahl im Herzen komplett bewegungsunfähig werden und somit nicht im Geringsten von einer Leiche zu unterscheiden sind, sterben sie am Pfahl nicht: Sobald dieser entfernt wird, können sie wieder frei agieren.
