Die Ungebundenen

Neben den fünf Clanen der Camarilla (Brujah, Malkavianer, Nosferatu, Toreador, Tremere, Ventrue) und den zwei Clanen des Sabbat (Lasombra und Tzimisce) existieren fünf weitere Clane, die zum größten Teil keiner der beiden verfeindeten Sekten angehören und somit unabhängig sind. Zu diesen zählen neben Assamiten, Giovanni, Setiten und Ravnos auch der frühere Camarilla-Clan Gangrel.

Die unabhängigen Vampirfamilien haben ihre eigenen Ziele, die zumeist wenig mit der Camarilla oder dem Sabbat zu tun haben. Obwohl auch sie die Traditionen befolgen und vielleicht aus Kalkül oder persönlicher Überzeugung zu der einen oder anderen Sekte tendieren und Geschäfte mit einer oder beiden Seiten machen, folgen sie doch ihrer eigenen Agenda.

Von den unabhängigen Clanen sind die Gangrel diejenigen mit dem größten Mitgliederanteil in Camarilla und Sabbat, da sich das Handeln der gesamten Familie in den letzten Jahrhunderten im Spannungsfeld jenes schwelenden Konfliktes abspielte und die Gangrel vor allen anderen Familien Kundschafter und Kämpfer auf beiden Seiten des Konfliktes waren. Der Austritt einer Gründerfamilie aus der Camarilla ist ein so gewaltiger, vormals undenkbarer Akt, dass er die Camarilla noch immer in ihrem Fundament erschüttert.

Über die Gründe des Austritts der Gangrel ist nach wie vor wenig bekannt, eine gängige Theorie ist aber, dass die gesellschaftlich oft verpönten und wegen ihrer verwilderten Lebensweise von oben herab behandelten Gangrel genug von einem Dasein als “braver Hund an der Kette” hatten. Auslösendes Ereignis des Austrittes war der Austritt des Gangreljustikars Xaviar 1999. Der Nachricht seines Austritts folgend breiteten sich mehrere Austrittswellen überall auf der Welt aus, was trotz mehrerer Versuche seitens camarillatreuer Gangrel-Ahnen 2002 zum Verlust des Rechtes führte, eines Justikar zu stellen, woraufhin Gerüchten zufolge 2003 auch der oder die Gangrel im Inneren Zirkel diesen verließen, offenbar ohne dass danach ein neuer Gangrel-Ahn in diesen berufen worden wäre.

Ein weiterer “Sonderfall” unter den freien Clanen ist die Familie Ravnos, die ein Jahr vor Austritt des Gangrel-Justikars (und möglicher Weise im Zusammenhang damit stehend?) in einer als Woche der Alpträume genannten Katastrophe in eine Art globale Raserei verfiel, wodurch unzählige des schon zuvor wenig angesehenen Geblütes sich gegenseitig vernichteten oder durch Prinzen zum Schutz der Maskerade vernichtet werden mussten. Zwar soll es auch heute noch vereinzelte Ravnos geben, von einem Clan im Sinne eines großen, globalen Vampirstammes aber kann heute keine Rede mehr sein. Daher werden die verbleibenden Ravnos meist als Blutlinie bezeichnet.

Als Blutlinien bezeichnet man solche Vampire, deren Eigenarten zu keinem der bestehenden großen Clane passen. Einige von ihnen sollen aus einem der bestehenden Erzeugerclane durch irgendein Ereignis hervorgegangen sein, andere – so auch die Ravnos – sollen Reste ehemaliger großer Clane sein, die durch seltene Blutseuchen oder Kriege unter den Vampiren der Frühzeit bis auf wenige Relikte ausgerottet wurden. Da über die Blutlinien so wenig bekannt ist und sie über unbekannte, fremdartige Kräfte gebieten, misstraut man ihnen: Fast automatisch zeigt der anklagende Finger bei der Verbrechenssuche auf sie, und ihre Funktion als Sündenbock für die Verbrechen anderer trägt jede Nacht dazu bei, dass diese Geschöpfe seltener werden oder sich tiefer in den Schatten der Ödnis vor ihren Mitvampiren verbergen (oder sich als Anverwandte anderer Familien ausgeben).

[ WEITER ZUM ABSCHNITT "DIE GENERATIONEN" ]

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