gegeben im Juni 2006 westl. ZR zu Berlin und Potsdam
Die Harpyien Berlins und Potsdams danken Herrn Derriere und der Thronharpyie Magdeburgs herzlich für ihre faszinierenden Aussagen und Ansichten zu Berlin. Wir bedauern zutiefst, dass wir mangels ständiger Präsenz in Magdeburg und somit tieferer Kenntnis seiner Bewohner ihre Freundlichkeit nicht vergelten können, Magdeburgs Kainiten zu beurteilen und halten uns somit einzig an unsere Bürger und Gäste sowie das, was wir selbst gesehen und erfahren haben.
Sehr verwundert hat uns die Tatsache, dass in Magdeburg ein bekennender Sabbatangehöriger – Herr Krüller – laut Herrn Derriere und der Thronharpyie über Status in der Camarilla verfügt. Es ist jedes Prinzen gutes Recht, als Bürger zu betrachten, wen immer er will, denn dafür ist er Prinz und es ist seine Domäne. Rang, Stand und Ansehen in der Camarilla sind jedoch einzig ihren bekennenden Mitgliedern vorbehalten. Das sollte einem jeden Kainiten, der sich zumindest im Stand eines Neugeborenen befindet, klar sein.
Unsere besten Wünsche gehen an die Adresse des Magdeburger Prinzen, der am Abend des Elysiumsbruchs durch einen Sabbatkainiten so plötzlich verschwunden war und seither unseres Wissens nach nicht wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Wir hoffen sehr, dass ihm kein Unglück widerfahren ist oder er von Angehörigen des Sabbat verletzt oder gar vernichtet wurde.
Aus erster Hand erfuhren wir, dass Herr Dr. Heisinger eben jenen Pragmatismus deutlich unter Beweis stellte, für den Clan Tremere so berühmt ist, indem er an vorgenanntem Abend, kaum dass ein vorgeblicher Sabbatvampir die Auslieferung des Herrn von der Nachten gefordert hatte, er gleichfalls und lautstark eben diesen – übrigens Ehrengast des Prinzen von Magdeburg – dazu aufforderte, sich doch gefälligst nach draußen zu begeben und vom Sabbat mitnehmen zu lassen, damit den restlichen anwesenden Kainiten keine Nachteile aus seiner Anwesenheit entstünden. Wir danken auch Frau Hönig für die wenig später gegebene Erklärung, dass der Sabbat überhaupt nur in Magdeburg anwesend sei, da Berlin mit dem Sabbat verhandele. Wir bitten um nähere Erläuterungen zu dieser überaus interessanten Äußerung, waren wir doch bislang – offensichtlich fälschlicherweise – der Meinung, dass Schutz der Maskerade seit Jahrhunderten oberste Tradition in unserer Gesellschaft sei – und besonders in einer so dem Blick der Öffentlichkeit ausgesetzten Stadt wie Berlin.
Als befremdlich empfinden wir übrigens auch diverse Äußerungen des Herrn Roland Keller, der nach uns vorliegenden Zeugenaussagen und Schriftwechseln der vergangenen Jahre einen recht fragwürdigen Stand in der Camarilla innehat. So scheinen in seinen Augen vor allem diejenigen Kainiten “gute” Wesen zu sein, die sich zwar heldenhaft, aber auch unbedacht und kurzsichtig einer offensichtlichen, besser gerüsteten, besser bewaffneten, besser organisierten und zahlenmäßig überlegenen Horde Sabbatangehöriger entgegenwerfen, während diejenigen, die ihren Mitkainiten das Überleben sichern, indem sie ihnen angesichts einer beträchtlichen Übermacht zur einer Flucht verhelfen, als “unrühmliche Ausnahmen” betitelt werden. Man muss sich hier tatsächlich fragen, ob es ein Zufall sein kann, dass es Tote nur unter jenen zu beklagen gab, die auf den charismatisch brüllenden Neugeborenen Keller hörten, während all jene, die sich an den Plan des Ancilla Ritter hielten, fast unversehrt überlebten.
Natürlich sind wir uns völlig darüber im Klaren, dass man diesen scheinbar eklatanten Mangel an Respekt vor Stand und Alter dem Herrn Keller nicht vorwerfen kann. Immerhin ist er als jemand, der eigenen Aussagen zufolge nicht der Camarilla angehört, sondern Promethäer ist – und damit bekennender und glühender Verfechter eines offenen, gleichberechtigten Zusammenlebens mit den Menschen – in erster Linie den Umgang mit diesen gewohnt. Wir alle wissen, dass der moderne Mensch von der Gleichheit aller Lebewesen ausgeht – daher stammen auch solche Merkwürdigkeiten wie Vegetarismus – und so ist den Magdeburger Autoritäten wohl höchstens zu empfehlen, sollte sich Herr Keller doch plötzlich der Camarilla wieder zugeneigt und zugehörig fühlen wollen, ihn in die Obhut eines vertrauenswürdigen Ancilla zu geben, damit dieser ihn die Grundlagen unseres Zusammenlebens vermittle.
Wir weisen aus gegebenem Anlass darauf hin, dass es durchaus nicht unhöflich ist, sich bei anderen Kainiten mit seinem Namen, Stand und seiner Clanszugehörigkeit vorzustellen – im Gegenteil sollte dies allgemeiner und spätestens für Neugeborene selbstverständlicher Standard sein. Ferner sollten insbesondere neue, junge und/oder unerfahrene Kainiten in ihrer Wortwahl gegenüber Älteren, Erfahreneren und länger Ansässigen besondere Umsicht walten lassen – schriftlich wie mündlich. Wir sind keine Menschen, und gerade deshalb sollten wir uns nicht auf das Niveau heutiger sterblicher Umgangsformen herablassen.
Ebenfalls aus gegebenem Anlass empfehlen wir allen Besuchern von Einladungen, ihre Augen offen zu halten. Betritt nämlich ein Ihnen fremder Kainit den Raum und andere Anwesende begrüßen diesen, sollten Sie sich bei diesen erkundigen, ob es sich bei dem Neuankömmling um eine Person handelt, die man aufgrund ihres Standes o.ä. begrüßen muss – obgleich es eigentlich selbstverständlich sein sollte, sich allen Anwesenden und -kommenden bekannt zu machen – so lassen sich Peinlichkeiten wie auf der Einladung des Herrn von Stolzenfels vermeiden, wo die Ancilla Persia nur von ihren Standesgenossen und ein oder zwei weiteren Personen begrüßt, von allen anderen hingegen ignoriert wurde.
Positiv hingegen fiel uns auf, dass es mittlerweile üblich zu werden scheint, sich bei Eintreffen schnellstmöglich nach dem Gastgeber einer Veranstaltung zu erkundigen und diesen möglichst als ersten zu begrüßen.
In Sachen Höflichkeit noch etwas: irgend jemand forderte kürzlich ein allgemeingültiges Etiketteregelwerk für die Domänen des Reichsdomänenbundes und führte dafür Beispiele an, wo Prinzen ihren Residenten auferlegt hatten, sich so und so zu postieren, wenn sie mit diesem oder jenem Anderen sprechen wollten. Hierbei handelt es sich um persönliche Präferenzen individueller Prinzen und nicht um allgemeine Regeln des höflichen Miteinanders. Diese, so sei dem Fordernden hier erläutert, werden üblicherweise einem Kind von seinem Erschaffer beigebracht und bedürfen somit keriner Festschreibung in Stein, denn es handelt sich hierbei schließlich nicht um Gesetze. Auch in unserer Gesellschaft sind diese Regeln einem gewissen, oft fast unmerklichen Wandel unterworfen, dem man, nimmt man am gesellschaftlichen Leben aktiv teil, leicht folgen kann. Ansonsten empfiehlt es sich immer, gründlich nachzudenken, bevor man Äußerungen tut und ggf. auch seine Älteren oder im Notfall auch die Harpyien zu befragen, wenn man sich unsicher ist, ob dies oder das angemessen ist.
Standesliste für Berlin und Potsdam
Zu mit einem Stern versehenen Einträgen finden sich Anmerkungen am Ende der jeweiligen Clansliste. Die Harpyien haben selbstverständlich weder den Stand der Ahnen noch sich selbst beurteilt.
Brujah
- Der hochverehrte Ancillus Christoph Ritter aus Berlin
- Der geehrte Ancillus Alexei von Stolzenfels aus Berlin
- Die verehrte Neonata Vittoria Larusso aus Berlin
- Der anerkannte Neonatus Niall O’Brian aus Berlin *
- Die Filia Soleil di Agnelli aus Berlin
- Der verehrte Neonatus Faust aus Potsdam
- Die geehrte Neonata Valessa Seda aus Potsdam
Anmerkungen:
- Die Bemühungen des Niall O’Brian wurden von den Harpyien wohl wahrgenommen, daher ist er in der Liste der Camarillaangehörigen gelistet. Weitere intensive Arbeit seinerseits ist allerdings notwendig, um die Ernsthaftigkeit derselben unter Beweis zu stellen.
- Soleil di Agnelli ist hier gelistet, da sie nach Meinung der Harpyien mittlerweile über genügend Wissen um Etikette und die notwendige Erfahrung und Fähigkeiten verfügt, um Neonate zu werden. Die Harpyien schlagen daher ihrem Erschaffer Herrn Ritter vor, sie in nächster Zeit einem Prinzen der Camarilla vorzustellen, der sie entlassen kann.
Gangrel
- Der anerkannte Neonatus Logan McGregor aus Berlin *
- Die geehrte Neonata Sarah aus Berlin
- Die Potsdamer Harpyie, Neonata Rabesha Tate
Anmerkungen:
- Logan McGregor hat das Verbrechen der Diablerie begangen, vorgeblich an seinem Bruder Duncan. Es wird ihm dringendst anempfohlen, sich um die Gerüchte bezüglich einer möglichen Beteiligung am Tod des Herrn zu Salm-Kyrburg zu kümmern und unter Beweis zu stellen, dass er noch er selbst und weiterhin zuverlässig und bei klarem Verstand ist. Einzig die Tatsache, dass er Geißel zu Berlin ist, hat die Harpyien dazu veranlasst, ihn in der Standesliste der Camarilla zu belassen.
Malkavianer
- Die verehrte Ancilla Persia aus Berlin
- Der geehrte Neonatus Malphas aus Berlin
- Die geehrte Neonata Sinope aus Berlin
- Der geehrte Neonatus Sergej Strukowitz aus Berlin
- Der verehrte Neonatus von Neuendorf aus Potsdam
Nosferatu
- Der anerkannte Neonatus Sten aus Berlin *
- Der verehrte Ancillus Luzius de Molay aus Potsdam
- Der geehrte Neonatus Simeon Engelhard aus Potsdam
Anmerkungen:
- Grobe Mängel in seinen Umgangsformen lassen den Harpyien keine Wahl, als den nun ehemaligen Rat der Nosferatu Sten zu warnen. Sollte sich sein Verhalten nicht sehr bald zum Positiven verändern, muss man überlegen, ob er zu Recht seinen Stand als Neugeborener innehat.
Toreador
- Der Berliner Harpyior, Ancillus Visconti
- Die verehrte Neonata Locretia Amastasia aus Berlin
- Der geehrte Neonatus Magnus Steiner aus Berlin
- Der geehrte Neonatus Darius de Winther aus Potsdam
Tremere
- Der verehrte Neonatus Gideon I. G. de Malcoeur aus Berlin
Ventrue
- Der geehrte Ancillus von Finkenstein aus Berlin *
- Der verehrte Ancillus Wilhelm von der Nachten aus Berlin *
Anmerkungen:
- Herr von Finkenstein hat durch die Wahl zum Prinzregenten seitens der Berliner Bürger einen gewaltigen Vertrauensvorschuss erhalten. Die Harpyien werden genau beobachten, ob sich der Neuankömmling dieses Vertrauens durch sein Handeln als würdig erweisen wird.
- Wilhelm von der Nachten ist nicht mehr der offizielle Anführer der Domäne Berlin. Die Harpyien empfinden seinen Entschluss, sich zurückzuziehen und so Berlin neue Wege zu eröffnen, mutig und anerkennenswert, wie auch seinen offenen Umgang mit gewissen Umständen seiner persönlichen Vergangenheit.
Personen, deren Namen jeder Berliner und Potsdamer kennen sollte:
- Christoph Durier, Ahn, Brujah, Potsdam
- Wolf, Ahn, Gangrel, Potsdam
- Chareem Islav Hiob, Ahn, Tremere, Kriegslord
- Mark Piper, Ancilla, Frankfurt (Oder)
- Talel, Ancilla, Geißel zu Potsdam
- Rael, Ancilla, Vogt zu Potsdam
- Alexej Vicomte Le Corbeau, Ancilla, Ravnos, Potsdam
- Moebius Carryon Schrödinger, Ancilla, Clanloser, Potsdam
- Lena von Falk, Kind der Fürstin Eriana de Buckowîz, Ventrue, Potsdam