Bezirke und Residenzen

Wie Berlin bei Tage in verschiedene Verwaltungseinheiten aufgeteilt ist, ist es die Domäne auch bei Nacht: Seit Urzeiten ist es Sitte, dass die Reviergrenzen der Anverwandten – seien es Einzelne oder Zusammenschlüsse, Amts- oder Clansgebiete – den Verwaltungseinheiten früher des preußischen Staates und nun eben der Berliner Verwaltung entsprechen.

Grund für diese Sitte ist – außer, dass dies der Wille des Eisernen ist – der einfache Pragmatismus, dass diese klare und jederzeit nachmessbare Definition der Gebietsgrenzen Streitigkeiten um den exakten Grenzverlauf zwischen zwei Rivalen überflüssig machen.

War es in früheren Zeiten üblich, dass ein einzelner Vampir einen ganzen, damals aber noch kleineren Bezirk als Residenz (der Berliner Jargon für Revier) sein eigen nennt, sind die Vampire Berlins im Zuge von Thronkämpfen, Prinzenwechseln und Residenzumverteilungen dazu übergegangen, große, zusammenhängende Gebiete geschlossen einem Clan anzuvertrauen, dessen Primogen dann als Regent jenes Gebietes etwaige Residenzstreitigkeiten innerhalb des Blutes selbst klären kann.

Für diese Revieraufteilung innerhalb der Großbezirke gilt, dass der Ortsteil als kleinste Verwaltungseinheit auch die kleinstmögliche Residenzgröße eines einzelnen Anverwandten ist (jeder Anverwandte beansprucht also immer mindestens einen Ortsteil komplett als seine Residenz). Zusätzliche Ortsteile können prinzipiell beansprucht, der Residenz zugeschlagen und z.B. für Gäste genutzt werden.

Die Clansgebiete Stand März 2012 sind:

  • Brujah: Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln, Treptow-Köpenick
  • Malkavianer: Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow
  • Nosferatu: Unterstadt
  • Toreador: Reinickendorf
  • Tremere: Spandau, Steglitz-Zehlendorf
  • Ventrue: Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg

Die Clansgebiete wurden am 3. März 2012 auf der ersten Hofversammlung der Domäne nach Ende des Bannes in obenstehender Form durch offene Beanspruchung und Entscheid des Exarchen verteilt. Im Falle des Gebietes Spandau erfolgte das unter einer Friedenspflicht für die Tremere und Abstandnahme von anderen Forderungen. Sollte seitens des Clanes Tremere die Friedenspflicht zum Thema Gebietsansprüche gebrochen werden, ginge Spandau umgehend in die Hände der Toreador zurück, die zuvor ihr bereits zugesprochenes Gebiet “im Sinne des Friedens in der Domäne” für die Tremere aufgegeben hatten.

Für kommende Betrachtungen “alter Ansprüche” ist Folgendes zu beachten:

  • In der Zeit der alleinigen Herrschaft Gustav Breidensteins über Berlin (bis um 1920) hatte kein Clan eigenen Revierbesitz, geschweige denn ein Anrecht darauf. Folglich bestehen aus jener Zeit auch keine Anrechte außer durch Prinz Gustav Breidenstein selbst bzw. höchstens noch abgeleitet für die Ventrue. Allerdings umfasst die Domäne Berlin vor 1920 auch nur einen TEIL des heutigen Berlin, nämlich die damaligen Bezirke Mitte (heutiger Unterbezirk gleichen Namens), Wedding (dito), Tiergarten (dito), Prenzlauer Tor (heutiger Ortsteil Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow), Hallesches Tor (entspricht recht genau dem heutigen Kreuzberg) und Friedrichshain (dito). Wenngleich unstrittig ist, dass schon damals der Arm des Berliner Prinz weit über seibe Domänengrenze reichte, so gibt es doch im Laufe der Jahrhunderte mehrfache Nennungen eines “Toleranzedikts von 1600″, wonach die Gebiete außerhalb der o.g. Umgrenzung einem Kreis märkischer Ahnen gehören sollten. Gerüchte wollen wissen, dass Spandau einem märkischen Ventrue und Köpenick einem märkischen Gangrel gehörte. Da aber jene märkischen Ahnen heute mindestens als Unabhängige, wenn nicht gar Sabbatpaktierer gelten ist es dezidiert UNWEISE sich auf deren Anrechte zu berufen. Eine genaue Karte zumdamaligen Zusammenschluss zu Groß-Berlin findet sich hier.
  • Generell ist zu erinnern, dass Berlin in der Vergangenheit bis 1920, und was Gustav Breidensteins Ostberlin angeht bis 1996, eine Domäne von wenigen, aber sehr mächtigen Anverwandten war. Demzufolge wurden Revierbesitze am Breidensteinschen Hof niemals als “Clansbesitz”, sondern immer als Besitz des einzelnen Regenten betrachtet, dem das betreffende Gebiet gegeben war. Auf Basis dieser Üblichkeit ist es generell strittig, ob etwa das Vorhandensein eines Vorbesitzers vom Clane X ein generelles Anrecht jenes Clanes darstellt (man kann es aber ja zumindest versuchen – es gilt, womit man durchkommt, und die Mehrheit der heutigen Anverwandten dürfte ein großes Interesse daran haben, alte Ansprüche so zu konstruieren (tendenzieller Ansatz des Kodex)) man kann aber ebenso die Auffassung vertreten, “Tabula Rasa” zu machen und von einem “weißen Blatt Papier” auszugehen (tendenzieller Ansatz des Netzes))).
  • In der Lesart des Vergangenen ist umstritten, auf wessen Konto der Zusammenschluss zu Groß-Berlin und damit der Aufstieg Berlins zur Weltmetropole geht. Anhänger von Breidenstein werden sagen, dass dieser Akt durch Gustav von langer Hand geplant und durch Wilhelm Waldburg als amtierenden Stellvertreter 1920 lediglich durchgeführt wurde; Gegner Breidensteins werden hingegen sagen dass die Berlin umgebenden Städte fest in der Hand jener Clane waren, die Breidenstein in “seinem” Berlin nicht duldete, und erst durch die Allianz Wilhelm Waldburgs mit den anderen Clanen (in Breidensteinscher Lesart: Die Verramschung Berlins) das Projekt Groß-Berlin erst möglich wurde.
  • Da die Weimarer Jahre zwischen den Kriegen von einigen Umwälzungen in Berlin gekennzeichnet waren (nicht zuletzt der Ermordung des damaligen (Schatten-)Primogens unter Prinz(-Regent) Wilhelm Waldburg) ist es unsicher, welche Ansprüche aus jenen Nächten durchsetzbar sind. NACHWEISBAR sind jedenfalls keine (= es darf hemmungslos gelogen und gefälschte Anspruchsurkunden vorgelegt werden – entscheidend ist nicht deren Beweiskraft, sondern der Wert des Wortes desjenigen, der diese Ansprüche erhebt).
  • Als einigermaßen verlässlich und für die kommenden Gebietsansprüche noch relevant sind neben den o.g. Ansprüchen Breidensteins bzw. “der Ventrue” die Gebietsverteilungen während der Zeit der Berliner Mauer (im “Berlin bei Nacht” nachzulesen), die Bezireksreform unter Waldburgs Herrschaft als alleinigem Prinzen Berlins 1996 sowie die Gebietsverteilung unter Herrschaft des gesamtberliner Tremere-Prinzen Hiob, die durch dessen Nachfolger und heutigen Exekutor (Archon des Ventruejustikars für Deutschland) Friedrich Lothar von Habsburg anerkannt und somit gerade für den Kodex von besonderer Bedeutung ist.
  • Alle ggf. relevanten Informationen (gemäß o.g.Punkten) finden sich in den folgenden Bezirksbeschreibungen.
  • Es ist wichtig zu erinnern, dass beim kommenden Ringen um die Clansterritorien nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch der Versuch: Das Ringen speziell der Ancillae und der engagierten Neonaten gegeneinander ist ein gegenseitiges Schaulaufen der Befähigten und ein Sondieren der gegenseitigen Stärke. Und Schwäche.


Charlottenburg-Wilmersdorf: Ventrue

Charlottenburg-Wilmersdorf stellt das Herz der alten Domäne Westberlin dar und war in der Zeit der Berliner Teilung Sitz und Besitz des Ventrueprinzen Wilhelm Waldburg, der in Schloss Charlottenburg seine Residenz hatte. Nach dem Schwarzen Krieg blieb Charlottenburg im Besitz der Ventrue, unterdessen Wilmersdorf – damals noch ein eigenständiger Bezirk – durch den undurchsichtigen Arkadan beansprucht wurde, der je nach Lesart seiner (Un-)Taten entweder Malkavianer, Tremere oder etwas gänzlich Anderes war.

Zum Zeitpunkt der Etablierung der neuen Großbezirke befand sich Berlin unter Herrschaft des Tremere-Ahnen Lord Hiob, der den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf den Ventrue zuschlug. Jene Zuteilung gilt gemeinhin als die letzte “legitime” Gebietsreform, der sich zudem auch Hiobs Nachfolger von Habsburg anschloss und die daher auch für die Frage der aktuellen Gebietsverteilung einiges Gewicht besaß: Schon aufgrund der früheren Rechte der Ventrue erhoben sich keinerlei Gegenforderungen.

Die Residenzen von Charlottenburg-Wilmersdorf

Friedrichshain-Kreuzberg: Brujah

Durch Friedrichshain-Kreuzberg verläuft die alte “Mauergrenze”, was bedeutet dass die beiden Einzelbezirke Kreuzberg und Friedrichshain zur Zeit der Berliner Teilung zu unterschiedlichen Domänen gehörten:

Kreuzberg in Westberlin war ein formell unkontrollierter Bezirk, in dem sich neben den linken Anarchen der Schwarzen Rose und den rechten Anarchen des wohl schon damals sabbatunterwanderten Letzten Reiches auch Assamiten und Setiten verbargen. Friedrichshain in Ostberlin war hingegen Besitz des Brujah-Primogen Stefan Rutigar – ein Umstand, den die Brujah in kommenden Revierkonflikte mindestens gegenüber Gustav werden anführen können. Beide heute wieder vereinten Bezirke sind Teil des “alten” Berlin und daher von besonderer Relevanz für Gustav Breidenstein, wenn nicht als direkter Herrscher dann mindestens als derjenige, von dessen Gnade man hier eingesetzt wird (so jedenfalls die Lesart mindestens der Order).

Während Kreuzberg nach dem Schwarzen Krieg seinen unregierten Zustand beibehielt, um irgendwann den Anarchen der Schwarzen Rose durch Prinz Waldburg formell zuerkannt zu bekommen (ein Entscheid, den Prinz Kleist umgehend nach der Inthronisierung energisch widerrief) fiel Friedrichshain zwischenzeitlich in den Herrschaftsbereich des Nosferatuahnen Vladimir, um einige Jahre später wieder in Brujah-Hand aufzutauchen.

Nach Schaffung des Großbezirks Kreuzberg-Friedrichshain wurde dieser durch Prinz Hiob den Brujah als Clansbesitz gegeben, und auch dieser Entscheid fand in den aktuellen Reviervergaben konsequente Fortsetzung.

Die Residenzen von Friedrichshain-Kreuzberg

Lichtenberg: Malkavianer

Lichtenberg (Hohenschönhausen) gehörte unter der Berliner Teilung wie auch danach den Malkavianern, wurde aber bei der Zerteilung des früher größeren Bezirks in die neuen Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf durch Prinz Hiob den Nosferatu zugeschlagen. Ein von den Berliner Anverwandten seit jeher ungeliebter und weitgehend ignorierter Bezirk, hielt sich die Zahl der um ihn balgenden Residenten in Grenzen: der Beziek verblieb gegenwehrlos in Händen der Malkavianer.

Nicht vergessen werden darf dabei, dass Lichtenberg zusammen mit Marzahn und Hellersdorf (also dem alten Lichtenberg) das “Herzgebiet” des Sabbat vor der Säuberung durch die Archonten darstellten, und dass wenn überhaupt irgendwo noch versteckte Nester oder in Starre ruhende Sabbatianer liegen, jene Bezirke die wahrscheinlichsten Kandidaten hierfür sind. Ein angesichts der starken Präsenz von Malkavianer antitribu bei den letzten Sabbatoffensiven in Berlin kein sehr beruhigender Gedanke.

Die Residenzen von Lichtenberg

Marzahn-Hellersdorf: Malkavianer

Marzahn-Hellersdorf war vor Etablierung der Großbezirke ein Teil von Lichtenberg und liegt damit seit langer Zeit in der Hand der Malkavianer, was auch Prinz Hiob nach Wiedervereinigung der Domänern Preußisch Berlin und Freies Berlin 2002 nochmals bestätigte und was auch bei der letzten Revierverteilung unverändert und unwidersprochen so blieb.


Die Residenzen von Marzahn-Hellersdorf

Mitte: Ventrue

Mitte (Mitte, Tiergarten, Wedding) war als zentralster der Stadtbezirke natürlich zu Mauerzeiten zwischen West- und Ostberlin verteilt und gilt als mit Abstand “umstrittenster” der Bezirke:

Während der alte Ostbezirk Mitte (heute der gleichnamige Stadtteil) durch Gustav Breidenstein direkt von dessen Amtssitz, dem Neuen Palais, aus beherrscht wurde, war Tiergarten unter dessen westlicher Bezirksregentin Antoinette zugleich das Herz der westberliner Toreadorkultur. Wedding, der dritte der zu Mitte vereinigten Teilbezirke, war dem entgegen ein unkontrollierter, von kleineren Anarchenbanden beherrschter Westbezirk und übte auch in weit späterer Zeit noch eine hohe Anziehungskraft auf anarchistische Splittergruppen wie z.B. die Sturmkrähen aus.

War der Wedding kurzzeitig nach dem Schwarzen Krieg in Tremerehand und Mitte nach Gustav Breidensteins “Tod” in Besitz des Nosferatu-Ahnen Vladimir, wurde der gesamte Großbezirk durch Prinz Hiob 2002 zum Elysium der Stadt erklärt – ein keinem Regenten unterstellter Bezirk, in dem aus Gründen des Maskeradeschutzes und im Hinblick auf die hier geschehenen schlimmen Maskeradebrüche der Vergangenheit keine weiteren Konfrontationen zwischen den Anverwandten mehr stattfinden durften.

In allen zukünftigen Konfrontationen im Besitz dieses Großbezirkes werden sicherlich die Interessen Gustavs (als Prinz), Duriers (als Exarch), der Toreador (wegen dem von ihnen heißgeliebten Tiergarten) und jenen anderen, die das Gebiet frei zugänglich als Elysium erhalten wollen, am Härtesten kollidieren. Besonders delikat ist diese Frage vor allem auch deshalb, weil der alte Bezirk Mitte das “eigentliche” (Alt-)Berlin vor der Schaffung des Zweckverbandes und der Eingemeindung in den Zwanziger Jahren ist: Wem Mitte gehört, dem gehört das eigentliche Berlin der Ahnen.

Die gänzlich(!) widerspruchslose Überstellung des Gebietes in die Hände der Ventrue gilt vielen als früher Vorentscheid zur Herrschaftsfrage über Berlin, und kein gutes Vorzeichen für etwaige Herrschaftspläne Duriers jenseits von 2016.

Die Residenzen von Mitte

Neukölln: Brujah

Neukölln war vor dem Fall der Mauer ein weitgehend unkontrollierter Westbezirk, der hauptsächlich Gangrel auf der Durchreise sowie Ravnos und Malkavianern zur freien Gestaltung diente.

Am Ende des Schwarzen Krieges zunehmend unter Einfluss der Anarchen der Schwarzen Rose stehend, gab Prinz Waldburg den Bezirk in die Hände des Brujah Dr. Stein, während Prinz Hiob den Bezirk 2002 bereits als “Kriegsgebiet” bezeichnete:

Tatsächlich war Neukölln derjenige der ehemaligen westberliner Bezirke, der am stärksten in der Hand des Sabbat war und der auch am vehementesten von diesen umkämpft wurde. Trotz des einmal mehr erklärten “Sieges” über die Schwarze Hand liegt über Neukölln die stille Drohung, dass hier noch einige dunkle Geheimnisse des Feindes begraben liegen könnten. Und das dunkle Versprechen, dass der Sabbat diese Bezirk zuallererst zurückerobern wird, wenn er seine Klaue dereinst wieder nach Berlin ausstreckt.

Neukölln wurde im März 2012 widerspruchslos in Hand der Brujah gegeben.

Die Residenzen von Neukölln

Pankow: Malkavianer

Pankow (Prenzlauer Berg, Weißensee) war zwar zu Zeiten der Mauer ein Teil der Domäne Ostberlin (und nicht etwa zwischen West und Ost geteilt), dennoch könnten die drei damaligen Bezirke unklarer was die Tradition ihres Besitzes angeht kaum sein:

Pankow selbst lag in der Hand des ostberliner Toreadorprimogen Thomas deLutrius, der Begriff Prenzlauer Berg war bis zu ihrer Abreise nach Potsdam 1999 praktisch synonym mit dem Namen der Ventrue-Ahnherrin und “Wächterin des Ostens” Katarina Kornfeld, und Weißensee schließlich gehörte ursprünglich zum Besitz des ostberliner Nosferatuprimogen Ellison Humboldt.

Das Ende des Schwarzen Krieges konnte diese Situation kaum ändern: Pankow wurde energisch durch Christoph Durier für sich “zurück”gefordert, der Prenzlauer Berg verließ wie erwähnt die Hand der abgereisten Katarina Kornfeld, um an den Ventrue Gabriel Mies zu gehen, und Weißensee schließlich wurde Zweitresidenz der Toreadorprimogena Antoinette.

Nicht zuletzt durch energischen Einsatz des Clanes der Rose, die unter Prinz Noah im Osten mehr als nur bestrebt waren, “ihre” Domäne Freies Berlin zum Zentrum vampirischer Kultur in Deutschland zu machen, entschied Prinz Hiob 2002 im Sinne der Einigung der Domäne, den neuen Großbezirk Pankow (und hier eben vor allem den Prenzlauer Berg und Weißensee) an Clan Toreador zu geben.

Um Pankow entspann sich im März 2012 ein Konflikt zwischen den Toreador und den Malkavianern, den Letztere durch Escher für sich entscheiden konnten. Warum der als Toreadorfreund geltende Escher dem Clan der Rose derart in die Parade fuhr, ist nicht bekannt. Die Konsequenzen für die damit “entwurzelten” Toreador sind jedenfalls weitreichend und wenig erfreulich.

Die Residenzen von Pankow

Reinickendorf: Toreador

Reinickendorf mit dem der Schließung entgegen gehenden Flughafen Tegel war über viele Jahre das einzige, dann wichtigste “Einfalltor” der Camarilla nach (West-)Berlin. Gerade um zu überwachen, ob ein Justikar oder dessen Archonten in seine Domäne kommen, kontrollierte Wilhelm Waldburg persönlich diesen sonst eher gemütlichen, von großen Flächen der Ödnis und Wasser durchsetzten Bezirk.

Die strategische Bedeutung Reinickendorfs erkannte 2002 auch Prinz Hiob vollumfänglich an, indem er diesen Bezirk den Tremere zuschlug. Wie das Schicksal des Bezirkes in Zukunft aussieht – speziell ab Einstellung des Flugbetriebes in Tegel – ist gänzlich offen und liegt nun in Hand der Toreador. Seine Bedeutung jedenfalls ist mit Blick auf die Flughafenschließung gering, das Interesse der Anverwandten an ihm ebenso.

Die Residenzen von Reinickendorf

Spandau: Tremere

Spandau ist insofern ein Sonderfall der Berliner Geschichte, als die frühere Hauptstadt des Havellandes in den Zwanzigern nur äußerst widerwillig nach Berlin eingegliedert wurde. In Westberlin dank der abgelegenen Lage weitestgehend von den Anverwandten ignoriert, gab es kaum Einwände, als der Prinz von Potsdam Stephan diesen Bezirk 1998 für sich forderte und nach Potsdam bzw. nach außerhalb Berlins “heim ins Hevellerreich” holte.

Noch 2002 erklärte Prinz Hiob, Spandau sei der Besitz des “Markgrafen zu Hevellisch Brandenburg”, ein aufgeblähter und weitgehend impotenter Titel, der seinen Träger zum Herrscher von unglaublich viel Nichts und eben Potsdam/Spandau machte.

Wie mit Spandau weiter verfahren wird, ist gegenwärtig kaum abzusehen und in der Tat eine sehr gute Frage: Gustav Breidenstein hat dieses Gebiet kaum beschäftigt, die Heveller sind mehr oder weniger als Feinde der Camarilla verfehmt und zudem ausgelöscht oder versteckt und Spandau entwickelt sich zum “neuen Kreuzberg” im unguten Sinne des alten Westberlin, jedoch mit der ebenso imposanten wie für Ahnen anheimelnden Zitadelle aus dem 17. Jahrhundert darin.

Interessanter Weise forderte ein anwesender Ahn der Familie Giovanni im März 2012 für sich. Nach zum Teil heftiger Diskussion und zwischenzeitlichem Vorschlag des anwesenden Magdeburger Prinzen, das Gebiet an jene Domäne abzutreten, ehe man es einem Giovanni gibt, wurde es den Toreador übergeben, die es später allerdings zur Befriedung unerfüllter Tremere-Ansprüche “im Geiste des Friedens” an diese abtraten.

Die Residenzen von Spandau

Steglitz-Zehlendorf: Tremere

Steglitz-Zehlendorf war bis vor Kurzem zwischen den Domänen Potsdam und Berlin aufgeteilt: Während Steglitz seit jeher fest in Besitz der Ventrue und der persönliche Besitz des Prinzen Peter Kleist war, galt das dünn besiedelte Zehlendorf zu westberliner Zeiten als unkontrollierter Bezirk, der jedermann offenstand.

Mit Ende des Schwarzen Krieges verlangte der Potsdamer Prinz als früherer Prinz des Berlin-Potsdamer Triumvirates aber auch diesen Bezirk als Reparation für ergangene Beleidigungen abgetreten zu erhalten, und offen gesagt wäre es reichlich unsinnig gewesen, dem machtvollen, aber politisch isolierten Ahnen diese symbolische Geste zu verwehren.

Umso erstaunlicher, dass Prinz Hiob schon 2003 – also noch vor derjenigen Verurteilung der Ahnen des Potsdamer Zirkels, die zur Wiedereingliederung Spandaus nach Berlin führten – sich selbst als Herren über den neuen Großbezirk Steglitz-Zehlendorf ernennt. Es ist die überwiegende Ansicht der Domäne, dass die Rückgabe Zehlendorfes durch unbestimmte Dienste des Tremere-Ahnen an den Hevellern geschah, von denen ein gewaltsam geführter Streit mit dem Prinzen des freien Berlins Noah nicht der geringste Anlass gewesen sein dürfte.

Wenig überraschend forderten die Tremere im März 2012 dieses Gebiet für sich ein, etwas überraschender trat Clan Ventrue der Forderung entgegen, um eigene Ansprüche anzumelden. Schließlich entschied der Exarch zugunsten der Tremere, schon im Hinblick des Umstandes dass diese Gefahr liefen am Ende gar kein Gebiet zu bekommen.

Die Residenzen von Steglitz-Zehlendorf

Tempelhof-Schöneberg: Ventrue

Tempelhof-Schöneberg ist seit jeher eine Hochburg der Ventrue und gehörte in Gestalt des Bezirkes Schöneberg zum persönlichen Besitz des zwischenzeitlichen Berliner Prinzen Peter Kleist.

Diese Tradition wurde 1998 durch den Tremere Sappho und in Folge durch ein von den Tremere dominiertes politisches Haus Preußisch Berlins gebrochen, die mit aller Macht den Flughafen Tempelhof unter ihre Kontrolle bringen und halten wollten. Noch 2002 erklärt Hiob gegen die sonstige Üblichkeit der Domäne, dass der neue Großbezirk keinem Clan, sondern eben jenem Tremere-Haus überstellt würde.

Auch nach der angeblichen Vernichtung eines dortigen Gildenhauses durch den Sabbat und Schließung des Flughafens Tempelhof bestand das Interesse der Tremere am Bezirk fort, konnte aber nicht gegen Ansprüche der Ventrue 2012 verteidigt werden.

Die Residenzen von Tempelhof-Schöneberg

Treptow-Köpenick: Brujah

Treptow-Köpenick ist der vielleicht geheimnisvollste der Berliner Bezirke: Köpenick war einst Sitz des zerstörten Tremereprimogen Ostberlins Frederick Werther, dessen wahre Identität heute kaum jemandem noch ein Geheimnis ist. Nach ihm waren es vor allem die ältesten Gangrel, die ein Interesse am abgelegenen Köpenick hatten, unterdessen im benachbarten Treptow allerlei “okkult interessierte” Anverwandte verschiedener Clane ihren meist nicht ganz sauberen Geschäften nachgehen.

Prinz Waldburg übergab Köpenick 1998 in die Hände des Tremere Sappho, was viele als weitere Bestätigung für die Existenz eines Gildenhauses im fernen Südosten Berlins sehen, und überstellte Treptow in die Hände des anarchennahen Toreadors Pan, der kurz zuvor aufgrund seiner besonderen Talente in “Haus Tremere” aufgenommen wurde.

Trotzdem die Tremere somit einen fest etablierten Anspruch auf beide Teile des späteren Großbezirkes haben, gibt deren Prinz Hiob 2002 den Bezirk an die Gangrel – für viele das deutlichste Zeichen, das was immer die Tremere im Bezirk interessiert hat nun nicht mehr vorhanden oder zerstört ist.

Im März 2012 wurde der Bezirk ohne Gegenansprüche an die Brujah gegeben.


Die Residenzen von Treptow-Köpenick

Die Unterstadt: Nosferatu

Der Begriff der Berliner Unterstadt als eigenständiger “Bezirk” tauchte erstmals 1998 im Zuge der Berliner Verfassung auf und bereitete den Boden für die weitgehende Aussperrung der Nosferatu von Revierbesitz an der Oberfläche:

Indem man den Nosferatu die alleinige Kontrolle des gesamten stadtweiten unterirdischen Bereiches unter sorgsamer Ausnahme aller direkt zu einem Gebäude gehörenden Keller oder zu einem Gebäude gehörenden Tiefgarage übertrug, entledigte man sich in der Zeit nach Ellisons Tod von Hand seiner Clansleute sehr bequem jeder Notwendigkeit, dem ungeliebten Clan an der Oberfläche erneut Territorium zuerkennen zu müssen.

Die Nosferatu haben seitdem mehrfach und mit einigem Nachdruck versucht, den Herrschenden in der Domäne wieder Territorien an der Oberfläche abzupressen und gingen dabei absolut nicht zimperlich vor. Just diese Art der Erpressung in Verbindung mit einer offen erkennbaren Kollaboration mit den Nosferatu des Sabbat haben nun umso gründlicher dafür gesorgt, dass Revierbesitz an der Oberfläche außer als Gast eines anderen Clanes auf absehbare Zeit wohl kein Thema mehr ist.

Von Nosferatu in der Unterstadt beanspruchte Reviere werden stets nach dem Stadtteil bezeichnet, unter dem sie liegen. Hierbei ist es aufgrund der unter der Erde viel geringeren Zahl von Flächen, aber auch Blutquellen clansintern üblich, dass ein Nosferatu immer 3 aneinander angrenzende “Unterstadtteile” für sich beansprucht.

Gerüchte, dass dies dem Nosferatu besonderes Wissen über diejenige Vampire erschließt, die im Stadtteil darüber hause, sind reine Spekulation.

  • Revier von X: Stadtteil 1, Stadtteil 2, Stadtteil 3.

[ WEITER ZU "DAS UMLAND" ]

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