Berlin Heute

Berlin ist gefangen zwischen dem Drängen in eine neue Zukunft und den Ketten, welche die Stadt und ihre Anverwandten unentrinnbar an die Vergangenheit ketten. Berlin steht unter der Acht des mysteriösen Justikars der Malkavianer, dessen Namen niemand kennt und dessen Blick dennoch durch die Straßen der Domäne irrt. Berlin wird gestraft für die Verbrechen ihrer Prinzen, die Verfehlungen der Usurpatoren, die Selbstsucht und Blindheit der hier hausenden Anverwandten früherer Nächte, die mit aller Macht und tausend Lügen versuchten, ein Gleichgewicht des Schreckens in der Domäne aufrechtzuerhalten und eine Einmischung der Camarilla in die Stadt zu verhindern.

Obgleich dieses Ansinnen ohne jeden Zweifel scheiterte, scheint es doch einen lachenden Sieger zu geben: Gustav Breidenstein, der durch Inszenierung seines Todes auf dem Höhepunkt des West-Ost-Konfliktes um den Thron seinem Widersacher überraschend das Feld überließ – und somit nicht nur diesen zu Fall brachte, sondern auch Reihe um Reihe weiterer Thronräuber auftauchen und aneinander scheitern ließ.

An Berlin zerbrachen die Träume der Toreador, die Hauptstadt und mit ihr das Land aus den Fängen der Ventrue zu lösen und Paris unterzuordnen. Die Ventrue des Saulusgeschlechtes scheiterten daran, das schlammbedeckte Berliner Juwel in ihre Krone zu fügen. Die Ahnen des Umlandes scheiterten an ihrem gewagten Spiel mit den Feuern des Sabbat. Die Nosferatu an ihrer Hybris. Die Gangrel an ihrer Sehnsucht nach Freiheit und ihrer Nähe zu den Wölfen.

Trotzdem mit Gustavs Rückkehr an die Öffentlichkeit der Hass aller, die sich nun als Opfer seiner Scharade erkennen, erneut entzündet, steht seiner Machtergreifung nach Ende der Acht 2016 doch nichts und niemand mehr im Weg – es sei denn, es gelänge den Feinden Gustavs bis dahin, neue Schachfiguren nach Berlin zu bringen. Und sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen, der mehr Stabilität und Verlässlichkeit haben wird als seinerzeit der allzu breit lächelnde Wilhelm.

Ämter im Überblick

Exarch

Christoph Durier, Ahn der Brujah

Prinz

Gustav Breidenstein, Ahn der Ventrue

Prinzregent = Sprecher des Primogensrates

Friedrich Wilhelm Graf von Finkenstein, Ancillus der Ventrue

Primogene = Regenten

  • für die BRUJAH: John, Ancillus
  • für die MALKAVIANER: Renard, Neonatus
  • für die NOSFERATU: Therese, Neonatus
  • für die TOREADOR: Sophia, Ancilla
  • für die TREMERE: Arminius, Ahn
  • für die VENTRUE: Finkenstein, Ancillus

Vogt

Dr. Johann Lühring, Ancillus der Brujah

Hüter des Elysiums

Georg von Pathenstein, Ancillus der Ventrue

Harpyien

  • Kronharpyie Escher, Ancillus der Malkavianer
  • Weisz, Ancillus der Malkavianer (Harpyie in Aszendenz)

Der Prinz

“Der einzige Prinz, den Berlin je haben kann, ist der Ahnherr der Ventrue Gustav Breidenstein, und dieser ist 1995 nicht gestorben” – diese Aussage des letzten Berliner Prinzen vor Ausrufung von Acht und Bann Wilhelm von Stornbeck hielten die Anverwandten 2005 für einen verzweifelten Bluff, um andere Ahnen von Berlin fernzuhalten. Heute sehen einige in der Aussage des als Sabbatpaktierers entlarvten Stornbeck ein geeignetes Mittel, auch an Gustavs Integrität zu zweifeln – vorzugsweise wenn dieser nicht anwesend ist.

Obwohl die Acht über Berlin erst 2016 endet und Berlin bis dahin unter komissarischer Leitung eines “Exarchen” steht, betrachtet sich Gustav nach wie vor als Prinz der Domäne. Diesen Widerspruch zum Exarchen-Amt, das in der Camarilla ebenso wenig Tradition hat wie Tribun, Exekutor oder was der 2011 benannte, dem Kodex nahe stehende Justikar der Ventrue Rheinhardt sich sonst noch ausdenken mag, löst Gustav durch die einfache Feststellung, dass es seinem prinzlichen Willen entspricht, Berlin durch jenen Exarchen geleitet zu sehen.

Genau jene Art von Kühnheit gepaart mit dem Willen, keinen Zoll der ungeschriebenen Würde des Prinzenamtes irgendwelchen Forderungen oder Neuinterpretationen der Camarilla preis zu geben, macht Gustav für nicht wenige Prinzen und andere Ahnen zum Vorbild und Helden: Nach mehreren Jahrzehnten, in der die Camarilla durch Fraktionen wie den Kölner Kodex immer mehr Vorrechte, Ämter und Erweiterungen des ungeschriebenen Protokolls der Camarilla geltend machen wollte, ist Gustav mehr denn je der Eiserne Prinz, dessen Position unverrückbar die im 16. und 17. Jahrhundert ausgehandelte Grundposition der Camarilla war:

Dass der Prinz die höchste Macht in der Domäne ist, und die Camarilla nur dort eingreifen kann, wo es einen solchen nicht gibt oder jener sich als unfähig erweist, seine Domäne unter Kontrolle zu halten.

Bei aller Feindschaft, die nicht wenige Ahnen der Camarilla zu Gustav empfinden, gibt es so auch zahlreiche Stimmen in der Camarilla, die sich noch weit mehr Macht für den einstigen Herren Preußens wünschen: Die Camarilla hat durch Austritt der Gründerfamilie der Gangrel ebenso wie durch den siebenjährigen Sabbatkreuzzug nebst allen in dessen blutgischtigem Kielwasser schwimmenden Anarchen entsetzliche Verluste hinnehmen müssen. In dieser Situation fordern viele, die alten Zwiste ruhen zu lassen und “einen wie Gustav Breidenstein” als glückliches Geschenk des Schicksals zu begreifen, der die Camarilla – nicht zum ersten Mal – retten und mit neuem Blut und Geist beleben kann.

Selbst Gustavs Feinde müssen eingestehen, dass die Camarilla von Gustavs Stärke und Ruf profitieren kann – gerade jetzt, wo so viele Ahnen auch und gerade der Patrizierclane zu Asche zerfallen oder dem unstillbaren Durst der Diableristen zum Opfer gefallen sind.

Der Exarch

Ob der dubiose Brujah-Ahn Christoph Durier bereits auf der Geheimen Konklave 2006 zum Archonten berufen und als Verwalter Berlins eingesetzt wurde oder ob dies erst später geschah (oder womöglich weit früher?), ist nicht ganz klar. Erstmalig namentlich als solcher bekannt wurde er außerhalb Berlins jedenfalls auf der Konklave in Wolfsmark 2008.

Die Position und Autorität des Exarchen ist nicht durch die Traditionen und Sitten der Camarilla abgedeckt: Das Amt ist “neu” und somit wie jede von Grund auf suspekte Innovation “verhandelbar”.

Für einige scheint die Erklärung Gustavs, der Exarch regiere durch seinen prinzlichen Wunsch, mehr Berechtigung zu besitzen als durch seine eigentliche Erklärung als “Berlin leitender Archon nach Willen des Justikars”. Dass der Exarch in der Deutung Gustavs mehr ein mit Segen des Prinzen agierender Seneschall als ein durch den Justikar verfügter Vasallenprinz ist, ist eine der heiß diskutierten Marginalien der Domäne Berlin unter der Acht – und Gustav ist ebenso wie Durier klug genug, die exakte Ausdeutung nach Möglichkeit nicht zu forcieren, um Gesichtsverlust sowohl der eigenen Person als auch des Justikars und somit der angeschlagenen Camarilla zu vermeiden. Zudem es ja ohnehin “nur noch für ein paar kurze Jahre” ist.

In der Tat besagt das wenige, was über die Geheime Konklave bekannt bzw. im Schreiben von 2011 enthalten ist keineswegs, dass es vor 2016 keinen Berliner Prinzen gibt: Es wird nur etabliert, dass erstens Berlin bis dahin durch den Exarchen verwaltet wird, dass zweitens der Exarch alle Kainskinder als Residenten aufnehmen MUSS, die der Charon in Potsdam über die Glienicker Brücke passieren lässt, und dass drittens die letzte Amtshandlung des Exarchen 2016 darin bestehen wird, den bzw. einen “rechtmäßigen” Berliner Prinzen in dessen Amt offiziell zu bestätigen (ob rechtsstiftend oder nur bezeugend, ist wiederum uneindeutig).

Fest steht, dass Archon und Exarch Christoph Durier in den vergangenen Jahren des Bannes (2006–2011) mindestens dem Anschein nach den Oberbefehl sowohl über die in Berlin befindlichen Archonten als auch jene in Berlin und Potsdam befindlichen Camarillamitglieder hatte, die sich an der Reinigung Berlins von Brutstätten des Sabbat beteiligten. Weder wurde beobachtet, dass Durier dabei jemals Gustav einen direkten Befehl gegeben hätte, noch dass umgekehrt Gustav Befehle an Durier gab oder dessen Befehlsgewalt auf irgend eine Weise in Frage gestellt hätte.

Von Freundschaft scheinen beide Anverwandte, die bereits seit spätestens 1945 eine gemeinsame Vergangenheit in Berlin haben, indes weiterhin entfernt.

Das Primogen

Entsprechend der Üblichkeit in der Camarilla existiert in Berlin auch unter der Acht ein Rat der Erstgeborenen, der sich aus Repräsentanten der Gründerclane der Camarilla (abzüglich der Gangrel) zusammensetzt.

Repräsentant eines Clanes ist, wen der Clan dazu bestimmt. Egal wie und egal wer es sei: Der vom Clan bestimmte Primogen spricht und handelt für den Clan – was im Umkehrschluss auch bedeutet, dass jede Aktion des Primogen als “Akt des Clanes” auf den ganzen Clan zurückfällt (Details dazu siehe “Protokoll der Camarilla”).

Der Geheime Rat

Einige Zeit lang wurde in Berlin der wichtigste Rat nicht durch die Primogen der Clane, sondern die Häupter der zahlenstärksten “Häuser” der Domäne gebildet. Jene Häuser waren Zusammenschlüsse von Anverwandten unterschiedlicher Clane, die sich unter einer gemeinsamen Agenda versammelten.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt (März 2012) ist das Haussystem ebenso wie ein Gremium der Hausersten formell in Berlin nicht anerkannt – dennoch haben sowohl Exarch Durier als auch Prinz Breidenstein durchblicken lassen, an der Meinung etwaiger clansübergreifender Klüngel in Berlin interessiert zu sein.

Dass keiner von beiden ein Interesse daran hat, ein offenes Ohr gegenüber den Ansichten bestimmter Interessengruppen kodifiziert und als Grundrecht verankert zu sehen, versteht sich von selbst. Dennoch wären beide Narren, würden sie die Ansichten etwa von Vertretern des Kodex oder auch der Order ignorieren.

So gilt es als offenes Geheimnis in der Domäne, dass Prinz und Exarch neben den Primogenen, deren Wort sie zu hören per Tradition gezwungen sind, auch den “Geheimen Rat” der Vertreter der wichtigsten Berliner Klüngel hören – je in Abhängigkeit von deren Gewicht, Einfluss und Ansehen eben mehr oder weniger.

Dabei gilt es als ungeschriebenes Gesetz, dass der Sprecher einer Kabale nicht zugleich auch Sprecher seines Clanes ist: Eine Personalunion zwischen Primogen und Geheimen Rat ist zwar nicht verboten, führt aber statt zur Doppelung von Ansehen eher zur Entwertung der geäußerten Meinung jenes offenbar allzu selbstbezogenen Emporkömmlings.

Die Regenten

Die Großbezirke Berlins werden – zuzüglich des Bezirkes “Unterstadt”, der alle unterirdischen Einrichtungen außer dem direkt zu einem Gebäude gehörenden Keller umfasst – gemäß Vorgabe des Prinzen bzw. Exarchen unter den Clanen aufgeteilt.

Hierbei gilt, dass der Primogen des Clanes zugleich der Regent des Clansgebietes ist und somit der persönlich Verantwortliche für dieses. Der Status des Regenten hat Vor- und Nachteile: Als vom Prinzen wie dem Exarchen anerkannter “Herr der Berliner Teildomäne” hat der Regent sehr reale Herrschaftsrechte in seinem Bezirk:

Da er samt seinem Clan in Verantwortung für Vorkommnisse in seinem Gebiet ist, hat er dafür auch jedes Recht, dieses nach seinem Gutdünken zu sichern und für Ruhe zu sorgen – Verhaftungen, Pfählungen und Verurteilungen inklusive, jedoch mit Ausnahme der Vernichtung, die der Tradition nach nur dem Prinz bzw. einem auf seinen direkten Befehl Handelnden zusteht. Wer Anstoß an den Maßnahmen, der Gerichtsführung oder Urteilen eines Regenten bzw. Clanes nimmt, kann sich damit an den Prinzregenten wenden.

Der Prinzregent

Das Berliner Paradoxon einer im Konfliktfall unklaren Herrschaft von Exarch und Prinz hat ein Kuriosum geschaffen:

Hier wie überall ist der Prinzregent der Stellvertreter des Prinzen in dessen Abwesenheit, die im Falle Berlins ganz besonders oft dann eintrifft, wenn ein delikater Fall vor das Gericht eines Regenten gebracht wird.

Da der Exarch kein Prinz ist und der Stellvertreter des Exarchen eigentlich ein Archon sein müsste und dies aber wiederum die Ungebührlichkeit der Herrschaft eines Justikars über eine an sich doch befriedete und kontrollierte Domäne der Camarilla allzu offensichtlich machen würde (und zudem die wenigsten Archonten als Verwalter geeignet sind, und seien es Stellvertreter) hat Durier ein Novum geschaffen:

Der Berliner Prinzregent ist wie überall der Stellvertreter der höchsten Autorität der Domäne. Er wird aber anders als anderswo nicht von jener Autorität eingesetzt, sondern von den Regenten = den Primogen aus ihren Reihen bestimmt.

Absicht jenes Winkelzuges des Brujah-Ahnen ist erstens die Sicherung des Friedens (andere Primogen haben mutmaßlich eher Hemmung, Kritik an dem Prinzregenten anzumelden, den sie selbst eingesetzt haben), zweitens die Wahrung von Kontinuität (in dem Sinne, dass die Alternative darin bestünde, je einen Stellvertreter des Prinzen und des Exarchen zu haben) und drittens natürlich, dass der Exarch so selten wie überhaupt möglich greifbar und direkt urteilsfällend tätig werden muss (was ja auf dessen Dienstherren zurück fiele und im ungünstigsten Fall das Ansehen eines Justikars und damit der Camarilla selbst beschädigen würde).

Die durchtriebene Neuinterpretation des Amtes schafft eine geringfügige, aber wichtige neue Betonung im Wort “Prinzregent”: Ist dieser klassischer weise der Prinzregent, also der prinzliche (vom Prinzen eingesetzte) Regent, ist er nun der Prinzregent, also der Prinz (Erste) der Regenten und damit zugleich auch der Vertreter (= Sprecher) des Primogensrates gegenüber Exarch und Prinz – und damit jemand, der mit der vollen Autorität der Gründungsclane der Camarilla auftreten kann und praktisch schon mit dem halben Hintern auf dem Berliner Thron sitzt, wenn der Exarch dereinst wieder abberufen werden sollte. Falls er sich bis dahin längerfristig hat etablieren können und falls er nicht bei erster sich bietender Gelegenheit in Deckung hechtet bzw. die Domäne feierlich an Breidenstein übergibt, um Prinzregent im herkömmlichen Sinn zu bleiben.

So abstrus dies klingt ist eine etwaige spätere Thronübernahme durch den Prinzregenten gar nicht: Breidenstein mag ohne Zweifel sehr mächtig sein, besitzt aber nach den Jahren der Schreckensherrschaft und endlosen Thronfolgekriegen kein Haus mehr hinter sich, das sich gegen einen halbwegs vertretenen Widerstand der Berliner Primogene durchsetzen könnte. Umso wichtiger ist für Breidenstein eben die Order, die er – wenig überraschend – nach Kräften stützt und als Ersatz für seine verlorene Brut zu erweitern sucht.

Als Erster der Regenten und damit Erster der Primogen ist es die Aufgabe des Prinzregenten, bei den Gerichtssitzungen der Regenten Beisitz zu halten, wo nötig Fragen zu stellen und Urteile entweder zu bestätigen oder wenn nötig ein Veto gegen diese geltend zu machen.

Vorgebliches Ziel ist es, den Schritt an die höchste Instanz zu verhindern: Hat der Prinzregent das Urteil bestätigt, gibt es für eine erneute Verhandlung vor dem Exarchen keinen Grund. Führt der Prinzregent diese Neuverhandlung hingegen per Veto selbst herbei, sollte er dafür verdammt gute Gründe haben, denn er zwingt damit Dem Exarchen ein Einschreiten bzw. eine Urteilsfällung auf, die von den Harpyien noch wesentlich genauer beobachtet und goutiert werden dürfte.

Wie unschwer abzusehen, ist die Position des Prinzregenten ein Minenfeld: Jede Äußerung des Prinzregenten gilt ja weiterhin als Äußerung des Clanes, was nebenher bedeutet, dass unter einem Prinzregenten Berlin faktisch die Position eines “Ersten Clanes unter den Clanen” kennt.

Folgerichtig würde jeder Anverwandte mit klarem Verstand trotz der erheblichen, nahezu prinzgleichen Macht des Prinzregentenamtes davor zurückschrecken, Prinzregent zu sein – weswegen eine solche Feigheit ebenso folgerichtig zu erheblichem Ansehensverlust vor Exarch, Prinz und Primogen sowie zu einer förmlichen Schlachtung durch die Berliner Harpyien führt. Nicht zuletzt aus diesem Grund scheuen sich einige der älteren Anverwandten, sich überhaupt erst als Primogen aufstellen zu lassen: Es ist wesentlich einfacher, den eigenen Clan dazu zu bewegen, einen anderen Sprecher zu bestimmen, als das Primogen dazu zu bringen, von einer etwaigen Berufung zum Prinzregenten abzusehen.

Entheben können die Regenten den Prinzregenten übrigens nach aktuellem Stand wohl nicht – sie können nur den Exarchen bzw. Prinzen darum bitten, ein neues Primogen und somit auch einen neuen Prinzregenten zu berufen (siehe Protokoll der Camarilla).

Entscheidet sich übrigens ein Clan, den vom Primogensrat bestimmten, befähigten Prinzregenten durch einen Trottel zu ersetzen, so ist dies sowohl in der Freiheit als auch der Verantwortung jenes Clanes: Die Bestimmung des Prinzregenten ist damit noch mehr eine Bestimmung desjenigen Clanes(!), der die Interessen der Berliner Clane vertritt – und weniger des Individuums, das durch diesen zur Bekleidung jenes Amtes bestimmt oder verdammt wird.

Wie unschwer zu mutmaßen ist, werden die Primogene auf einen personellen Austausch des durch sie gewählten Prinzregenten per Entscheid seines Clanes äußerst ungehalten reagieren, “legal” wie jenes Ansinnen auch sei: Zeigt sich ein Clan als allzu wankelmütig, was die Amtsdauer seines Sprechers betrifft, scheidet dieser mit aller Wahrscheinlichkeit bald als “Erster Clan” und Steller des Prinzregenten aus.

Ein Umstand, mit dem der Prinzregent natürlich in Richtung seines Blutes Politik machen kann (“Ihr könnt mich nicht austauschen, denn der politische Schaden für unser Blut wäre zu groß”).

Der Vogt

Der Vogt ist wie überall der Vollstrecker des Willens der höchsten Autorität und wird unter der Acht durch den Exarchen mit stillem Segen des Prinzen bestimmt. Das auch in Berlin in früherer Zeit separat vorhandene Amt der Geißel ist unter der Acht wieder in das Vogtamt eingegangen.

Gehilfen bzw. Schergen des Vogtes werden Häscher genannt. Deren Anzahl und Besetzung sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch nicht reglementiert.

Der Hüter des Elysiums

Der Hüter des Elysiums entspricht in Berlin völlig der Üblichkeit jenes Amtes in der Camarilla. Einzige wahre Aufgabe des Hüters ist es, den Frieden und die Unantastbarkeit des Elysiums zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten.

Um dies zu tun, sind dem Hüter des Elysiums innerhalb desselben fast unbegrenzte Möglichkeiten gegeben: Er kann beliebigen Personen oder auch allen Anverwandten den Zutritt zu einem Elysium oder auch allen Elysien verwehren, er kann Personen des Elysiums verweisen, er kann zum Schutz des Elysiums auch Festsetzungen, Pfählungen und im berechtigten Notfall auch die Vernichtung anberaumen (Letzteres ist so nicht direkt definiert, aber die Sympathien der Anverwandten gleich welcher Sektenzugehörigkeit für Elysiumsbrecher sind extrem eingeschränkt, so dass in einem gut erkennbaren (oder sorgsam orchestrierten) Notfall ein Prinz wohl kaum eine andere Wahl hätte, als eine Vernichtung nachträglich gutzuheißen).

Als Verwalter und Verwahrer der Elysien laufen beim Hüter des Elysiums auch alle Informationen über etwaige Ladungen und Treffen im Elysium zusammen, gleich wie groß oder klein diese sind. Somit ist der Hüter durch sein Amt mittelbar auch der Herr über den “Terminkalender” der Domäne und besitzt die Autorität eines Hofzeremonienmeisters bei Treffen des Hofes vor allem in-, aber auch außerhalb des Elysiums.

Kurzfristige Ausrufungen oder Aufhebungen von Elysien, wie sie unter einigen wenigen der kurzzeitig herrschenden Prinzen Berlins vorkamen, wurden sehr prominent als jene Art der Gräuel geschildert, wegen denen Berlin unter anderem Acht und Bann erhalten habe. Schon deshalb, und erst Recht durch Gustavs erbarmungslose Härte gegen Elysiumsbrecher jeder Art, gilt das Elysium und sein dauerhafter oder zumindest lange vorher festgelegter Stand in Berlin als besonders gefestigt. Und die Macht seines vom Exarchen berufenen Hüters entsprechend hoch.

Der Charon

Name und eigentliche Identität des in Potsdam im Schloss Sanssouci residierenden Charons sind niemandem bekannt. Vom Amte her ein Archon, ist “Charon” seine ihm zugedachte Funktion für den Berliner Auftrag:

Anverwandte, die den Wunsch haben, nach Berlin zu reisen oder sich dort niederzulassen, wenden sich mit einem entsprechenden Gesuch, in dem sie ihre Identität und den Zeitpunkt der Anreise am Potsdamer Hauptbahnhof ankündigen, einer postlagernden Anschrift zustellen.

Zum genannten Zeitpunkt wartet ein durch einen Ghul des Charons gesteuertes Taxi am Hauptausgang des Bahnhofes, ein Schild mit dem Namen bzw. Pseudonym des Anreisenden in Händen, und fährt bzw. führt diesen zum Amtszimmer des Charons im offiziell für Besucher wegen Problemen mit der Statik gesperrten Marmorsaal des Neuen Palais (inplay unabhängig der realen Situation seit 2006 und fortdauernd).

Man legt dem Charon – der als hagerer, humorloser Mann mit stechenden Augen beschrieben wird – das mitgebrachte, zwingend erforderliche Schreiben eines Ahnen vor (dieses kann ebenso eine Empfehlung wie ein Befehl sein, es scheint mehr um die Sicherstellung zu gehen, dass der Anreisende kein Sabbatspion ist) und quartiert sich für einige Nächte in einem Hotel in Potsdam ein, während die Authentizität des Schreibens per Rückfrage an den Ahnen verifiziert wird.

Üblicher weise nutzt man die Zeit dieses Zwangsstation in Potsdam, sich näheren Verwandten, dem Clan, einem etwaigen Klüngel und dem Exarchen anzukündigen (was tatsächlich inplay in Briefform oder per Mail bzw. Forum erfolgen sollte).

Irgendwann wird man vom Ghul, der einen auch am Bahnhof abgeholt hat, abgeholt und im Fall, dass alles in Ordnung war, an der Glienicker Brücke abgesetzt. Nach Überquerung der Brücke – was zu Fuß zu erfolgen hat, wohl um der Autorität der Camarilla als auch der Acht über Berlin nochmals Nachdruck zu verleihen – ist man automatisch Resident Berlins, ohne dass Exarch oder Prinz daran etwas ändern könnten (so jedenfalls lesen die meisten die im Oktober 2011 zirkulierende Depeche des Justikars des Mondes).

Hat man sich angekündigt, wird man im Allgemeinen von seinen Kontaktleuten in Berlin (Clansgeschwister, vorausgeschickte Verwandte/Verbündete oder Diener) an der Brücke abgeholt – andernfalls ruft man ein Taxi oder nimmt den Bus.

Die Archonten

Die beiden bekanntesten Archonten im Berliner Raum sind natürlich der Exarch und der Charon. Es gilt aber als einigermaßen sicher, dass sich noch weitere Archonten in Berlin und Potsdam aufhalten, und das womöglich auch unter den “Residenten” der Domäne.

Die umfassendste Verschwörungstheorie geht dahin, dass nicht weniger als der gesamte Clan des Mondes von Berlin aus Archonten besteht. Eine etwas realistischere Version derselben Richtung besagt, dass der Justikar der Malkavianer sich mit der Bitte um Zuarbeit und an sein Blut gewandt habe oder sogar durch obskure Kräfte der Augen des Wahnsinns durch die Sinne der Mondkinder beobachten könne. Die konservativste und somit auch plausibelste Theorie ist aber, dass nicht der Justikar, wohl aber der Charon jedem einzelnen anreisenden Malkavianer mitteilt, “hochgradig interessiert” an den Vorgängen in Berlin zu sein und “im Namen unseres Justikars stets ein Ohr für etwaige Nöte des Clanes zu haben”.

Wohl hauptsächlich deshalb haben Malkavianer unabhängig ihrer Stärke und Zahl in Berlin einen besonders sicheren Stand.

[ WEITER ZU "BEZIRKE UND RESIDENZEN" ]

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