Malkavianer

Das Erwachen mächtiger Ahnen, das Auflodern von Clanszwisten in der Camarilla, der Austritt der Gangrel und mit ihnen mancher anderer Anverwandter und der siebenjährige Sabbatkreuzzug haben das Kräfteverhältnis der Clane in der Camarilla entscheidend verschoben.

Der größte Profiteur der jüngsten Entwicklungen scheint dabei der Clan des Mondes zu sein: In die wenigsten der camarillainternen Konflikte verwickelt und kaum im Ruf, ein fanatischer Frontreihenkämpfer gegen den Sabbat zu sein, standen die Malkavianer auch umgekehrt nicht besonders weit oben auf der Prioritätenliste der Sabbatbestien.

Geschützt durch die Kräfte der Verdunkelung und oft gewarnt durch unheilvolle Visionen, konnte der Clan des Mondes seine Stärke in den vergangenen zwei Dekaden zwar nicht eigentlich mehren, er hatte aber ganz anders als die meisten anderen Camarillaclane kaum Verluste hinzunehmen.

Darüber hinaus hat das leise Verschwinden der Wahnsinnigen kurz vor verheerenden Ereignissen die Sensibilität der Camarillavampire für die besonderen Talente und die tiefere Weisheit im wahnvollen Lachen der Narren frisch geschärft: Nicht wenige Prinzen hielten sich in den Nächten der größten Bedrohung lieber an die gemurmelten Omen der Mondkinder als an den Rat der Tremere oder die Zusicherung irgendwelcher Vögte, die Lage im Griff zu haben.

Natürlich gibt es auch hier Gerüchte, der Clan des Mondes habe nur deshalb rechtzeitig den Rückzug antreten können, weil er durch seine Verwandten auf Sabbatseite vorgewarnt wurde. Und überhaupt waren die Malkavianer des Sabbat gerade in Berlin auffallend aktiv. Speziell in der deutschen Hauptstadt hatten sich die Malkavianer der Domäne bereits 1999 “verhüllt”, um durch ihren nun frisch wieder im Licht der Öffentlichkeit aufgetauchten Repräsentanten Crabaq (variierend auch Miroir und heutzutage wieder wie früher Alexander genannt) und ausgewählte Unterstützer in Gestalt des “Tempel des verhüllten Mondes” als Haus und letzthin Vorläufer der Loge weiterhin in der Politik mitzumischen.

Heute, fast 5 Jahre nach angeblichem Ende des Kreuzzuges, sind die früher doch so auffälligen Ahnen der Malkavianer von Berlin weiterhin verschwunden. Ob sie verhüllt sind oder verschlungen wurden – womöglich von eben jenem Repräsentanten des verhüllten Mondes, in dessen Tempel sie sich zur Gewinnung größerer Einblicke in die Schicksalsfäden geopfert haben sollen (wie einige wohlig schaudernd raunen) – weiß niemand zu sagen. Und ebenso wenig, was die exakte Natur der Beziehung zwischen den Berliner Malkavianern und dem Justikar des Mondes ist:

Nach oberflächlicher Betrachtung ist der Befehl eines Justikars, die Domänengrenze nur an einem einzigen Ort zu überqueren, “kühn”. Und zwar deshalb, weil sich derselbe Justikar samt der Camarilla eine ziemliche Blöße gibt, wenn er sein Edikt nicht kontrollieren und durchsetzen kann. Die Überwachung der Berliner Grenze ist – selbst wenn man einen magischen Rest des um Westberlin gewebten Grenzbandes der Tremere unterstellen würde – auf normalem Weg schlicht unmöglich.

Hätte der Justikar der Malkavianer hingegen neben seinen Archonten Zugriff auf die Fähigkeiten eines Arkadan, Volovidus oder wie die diversen in Berlin einst residierenden, nun verschwundenen Ahnen des Clanes heißen mögen, dann …

Die beiden populärsten Theorien zum Wesen der Überwachung Berlins besagen, dass der Justikar zum einen mit “Augen des Wahnsinns” die Grenze selbst überwachen könnte, einer Art geheimen Kraft der Visionen, die ihn Dinge im Traum erkennen lässt. Die zweite, ungleich beunruhigendere Theorie ist, dass der Justikar zudem in regem Kontakt zu “seinem” Clan in Berlin stünde, was aus jedem noch so geringen Wahnsinnigen zwar nicht gleich einen Archonten, aber zumindest einen Informanten machen würde, dem das Ohr des Justikars gehört.

Die Möglichkeiten, mit dieser “Direktverbindung” im Positiven wie Negativen Schindluder zu treiben, sind buchstäblich atemberaubend. Und mehr als nur ein guter Grund, jedem Mitglied des Clans des Mondes mit vorsichtigem Respekt und deutlicher Nachsicht zu begegnen.

[ WEITER ZU DEN AKTIVEN MALKAVIANERN BERLINS ]

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