Die Order

Die Order – im Vollen: Ordo Imperialis, seltener auch als Ordo Invictus bezeichnet – wurde bereits vor mehreren Jahrhunderten durch Prinz Gustav Breidenstein als dessen “erweiterte Hausmacht” geschaffen und umfasste von jeher neben Anverwandten auch Ghule, deren Aufgabe in der Sicherung seiner Herrschaft über Berlin, dessen preußische Protektorate und die verschiedenen Institutionen der sterblichen Welt im Reich des Eisernen bestand.

Obwohl gerade die Berliner Order nach wie vor diese Aufgabe wahrnimmt und somit eine Art “Hausersatz” für Gustavs zerstörte oder in Ungnade gefallene Nachkommenschaft darstellt, kommt der Order heutzutage noch eine weitere, größere Bedeutung zu:

Die Entstehung des Kölner Kodex 2003 und der seitdem gewachsene Anteil der alten deutschen Ahnen, der eine Umstrukturierung der Camarilla zulasten der einzelnen Domäne und ihres Prinzen und zugunsten einer nationalen Ahnenversammlung (eben dem Kodex) betreibt hat unter den jüngeren wie auch einigen älteren deutschen Prinzen große Sorge entstehen lassen – und die drängende Suche nach einem machtvollen Prinzen, der diesem “Wahnsinn” ein Ende bereiten und der Allmacht des Prinzen auch in Zukunft Gültigkeit verschaffen könnte.

Seit jeher ein unnachgiebiger Traditionalist und Gegner jeder Einmischung von Justikaren (der Vorfall mit dem Tremere-Juszikar im 15. Jahrhundert bleibt unvergessen) und anderen äußeren Camarillafaktoren, wurde der Berliner Prinz Gustav Breidenstein bald nach Bekanntwerden seines Überlebens zur Lichtgestalt aller, welche die Alleinstellung der Domäne und das Vorrecht ihrer lokalen Üblichkeiten über jede Gleichmacherei und Bevormundung durchsetzen wollen.

Eine weitere Fraktion innerhalb der Order bilden jene, die schon zu großpreußischer Zeit als Vasallenprinz unter Gustavs unbezwingbarem (eigentlich unbesiegtem) Befehl (Ordo Invictus) standen oder die durch Umstürze im Schatten der preußischen Annexion ihrer Domäne den verhassten, üblicher Weise saulusischen Prinzen stürzen und sich selbst auf den Thron bringen konnten: Deren Vorstellung von einem neuen Zeitalter des “Gustavschen Imperiums” nach dem Bilde des ewig beneideten Konkurrenten Frankreichs liegt faktisch weit näher am Denkmodell des Kodex als am Domänengedanken der Order – andererseits ist den überwiegend westdeutschen Ahnen des Kodex offenbar nichts so sehr verhasst wie ein überregional mächtiger Gustav Breidenstein, so dass kaum davon auszugehen ist, dass der extrem offensichtliche Kompromiss zwischen Order und Kodex zustande kommen könnte.

Während in verschiedenen deutschen und europäischen Domänen dieser Nächte Orden zur Unterstützung ihres Prinzen entstehen bzw. durch dessen Befehl und Order gegründet werden, betrachtet sich die Berliner “Ordo Imperialis” als die WAHRE Order – und deren Herren, Gustav Breidenstein, mindestens gedanklich als Herren auch aller anderen Orderkapitel: Heute Berlin, morgen Deutschland, danach sieht man weiter.

Nicht zu Unrecht erwarten die Anhänger der Berliner Order für ihre allen Gerüchten nach per Blutschwur an den Eisernen gefestigte, unbezwingbare Loyalität einen entsprechenden Lohn in Gustavs Reich zu erhalten, und tatsächlich haben sich Gustavloyalisten außer über einen gewissen Mangel an Selbständigkeit noch nie darüber beschweren müssen, dass es ihnen unter ihrem Herren schlecht ergangen wäre:

So sehr der Berliner Prinz und Herr Preußens allem Fremden, Auswärtigen und “Unkontrolliertem” misstraut und er jeden Konkurrenten klein oder eben fern zu halten trachtet, so sehr betrachtet er jene, deren Loyalität ihm sicher ist, als wahrhaftige Alliierte: “Ein Verschwörer”, so soll Gustav einst gesagt haben, “ist jeder. Die Frage ist nur, ob er mit mir verschworen ist, oder gegen mich.”

Genau diese Sichtweise macht in Berlin die Frage nach der eigenen Position zur Order gewissermaßen zur Schicksalsfrage – spätestens dann, wenn die Acht über Berlin endet und Gustav tatsächlich den Thron besteigen sollte.

Freunde der Order werden Verschworene (m. Coniuratus, f. Coniurata, Mz. Coniurati) genannt. Mitglieder der Order werden in Anlehnung an Gustavs Leitspruch “Siegen oder Sterben” (aut vinvere aut mori) als Unbesiegte (m. Invictus f. Invicta, Mz. Invicti) bezeichnet. Erster der Berliner Order bzw. der Kaiserlichen Order im Sinne der “Ersten aller Prinzenorden” (was ebenso anmaßend wie unzutreffend ist) ist natürlich der “Imperator” Gustav Breidenstein selbst. Sollte dieser Order-intern weitere Ränge oder Titel geschaffen haben, ist hierüber bislang nichts bekannt geworden.

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2 Gedanken zu “Die Order”

  1. Gewohnt sehr gute Arbeit von meinen Lieblingsmeister AAS,der als Erzähler und Macher Spitze ist. Gerne mehr davon.
    Ich kann mich jedemal in eine Welt hineinversetzen, und das sollte doch eigentlich auch das Ziel eines meisters sein, eine Welt zu erschaffen wo sich spieler wohl fühlen und man gerne für stunden abtaucht.

    AAS sollte sich mal als Schriftsteller ranwagen, ich glaub er könnte gute science fiction oder Fantasy Romane schreiben.

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